Beim Bier ist es zum Weinen:
Da wird ein großes Bohei gemacht um das echte Pils, das sieben Minuten braucht, das Reinheitsgebot, das unbedingt erhalten bleiben muss, den Ausverkauf des deutschen Bieres an die Amerikaner bei der WM, der unbedingt verhindert werden muss und um was weiß ich noch alles.
Aber gestehen wir es uns doch ein: all die Biermarken, die uns als Werbung entgegenstrahlen und die als Sponsoren von Fußball-, Krimi– oder Natur-Events auftreten, geben zwar einen veritablen Durstlöscher ab. An geschmacklichen Reizen haben sie jedoch wenig zu bieten.
Freilich, der große Vorteil ist, wir wissen, woran wir sind: Ungeachtet heftigster Tresendiskussionen darüber, dass nur das favorisierte Bier ein Wohltrunk und alles andere eine elende Plörre sei — sie geben sich alle nichts: eins wie das andere.
Wohl deshalb fällt es all den Zielgruppen so leicht, bei der Wahl ihres Lieblingsbieres noch konservativer zu entscheiden als sie dies bei der Wahl ihrer Volksvertreter allenthalben tun.
Hier gilt es, Abhilfe zu schaffen. Und dafür sind wir da.
Wir plädieren für einen Ølwechsel — jetzt!
Hat sich jemand entschieden, von seiner oder ihrer althergebrachten Biermarke mal etwas Abstand zu nehmen, steht sie oder er recht alleine vor den Kistenstapeln der Getränkemärkte: Die Mehrzahl der Biere sind aus der Werbung bekannt: Wir wissen, dass es sich um Könige handelt, dass sie sind wie das Land oder dass sie einen feinherben Geschmack haben. Selbst die wildeste Weinprosa kann mit so gearteten Charakterisierungen kaum mithalten.
Was den Geschmack angeht— wir bleiben dabei: das wichtigste Unterscheidungsmerkmal sind die Reklamesprüche.
Wir wollen hier Hilfestellung geben.
Hier erfahren sie nicht nur, in welche Richtung das Bier geschmacklich tendiert, sonder auch all die Hintergründe, die sie schon immer interessiert haben oder bei uns neu entdecken: Ist ein Weizen unter– oder obergärig? Und was heißt das eigentlich? Was ist ein Kellerbier? Und was heißt da ‚ungespundet‘? Was ist denn ein Gueuze, was unterscheidet ein Porter von einem Stout, was hat ein englisches Ale mit einem Düsseldorfer Alt zu tun?
Hier zeigt sich schon, die Bierwelt hat mehr als nur Pils und Lager zu bieten. Und – ja: es gibt eine Bierwelt außerhalb von Deutschland. Nordamerika bietet eine ungeheure Vielfalt an guten Bieren — allen Buds und Buschs zum Trotz. England und Irland haben viel mehr als nur Guinness zu bieten und man muss schon recht ignorant sein, um England als das Land des lauwarmen Leichtbieres zu betrachten. Und das Pils? Wer war doch gleich der Namensgeber? Und in Belgien findet sich eine ungewöhnlich große Zahl ungewöhnlich guter Biere. Am besten probieren sie selber was ein Gueuze ist und was ein belgisches Starkbier geschmacklich von einem deutschen unterscheidet — und natürlich welche gewaltige geschmackliche Vielfalt unter den verschiedenen belgischen Abteibieren besteht.