
Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen: Es wird Herbst.
Und eine der besten Möglichkeiten, dieser Tatsache ins Auge zu sehen ist es, sich ein Glas Meister Vollbier einzuschenken.
Schon vom Anblick kann man sich die Freuden des Herbstes ausmahlen. Nämlich in den rotgoldenen Herbsttönen, in denen das Meister Vollbier im Glas leuchtet.
Wer bereits einmal auf der Terrasse der Brauerei Meister in Unterzaunsbach gesessen hat, bekommt bereits beim Anblick dieses Bieres Heimweh nach dort — oder wie heißt es in so einem Fall?
Wer noch nie da war, sollte den rotgoldenen Herbst zu einem Ausflug nutzen, um am fröhlich dahinplätschernden Trubach eine Forelle zu essen und ein Meister Vollbier dazu zu trinken.
Wer aber dazu keine Möglichkeit hat, kann immerhin aus der Ferne an diesem herbstlichen Genuss teilhaben.
Sittsehen kann man sich an dem Anblick nicht, deshalb sollte man einen beherzten Schluck tun.
Was man dann erlebt, ist ein Meisterwerk:
Man schmeckt Malz. Aber keinen schweren Karamellgeschmack, wie man es von manch dunklen Bieren gewohnt ist. Man schmeckt Hopfen. Man schmeckt sogar kräftig Hopfen. Dass bedeutet aber nicht, dass das Bier in die Kategorie bitter einzuordnen wäre. Das Hopfenaroma des Aromahopfens harmoniert mit der leichten süße des Malzes wie die Farbe des Bieres mit den Stimmungen des Herbstes.
Die Rezenz ist eher zurückhalten, es ist eben ein Kellerbier. Das heißt der Kohlensäuregehalt ist geringer als bei vielen anderen Bieren, weil beim Gärprozess mehr Kohlensäure entweichen durfte. Niedrig gespundet nennt sich das. Das bedeutet aber keinesfalls, dass das Meister Vollbier fad schmeckt.
Dieses Bier ist für mich der Innbegriff des fränkischen Bieres. Mag man es nun Lagerbier, Bauernbier, Kellerbier oder schlicht Vollbier nennen.
Dieser Name auf dem Etikett ist ein nettes understatement, benennt es doch schlicht ein Bier mit einem Stammwürzgehalt zwischen 11% und 16%. Das entspricht dem Alkoholgehalt eines normal starken Bieres von knapp 4% bis gut 5%.
Tatsächlich bedarf es keiner genaueren Etikettierung. Denn Meisterbräu braut wie viele andere fränkische Kleinbrauereien nur eine Biersorte — sieht man vom saisonal gebrauten Festbier ab.
Bei Meister gibt es — abgesehen von den bereits erwähnten Forellen noch eine weitere Spezialität: Einen Bierbrand.
Mag ein Schnaps aus Bier zunächst etwas abwegig wirken, so muss man sich vor Augen führen, das ein Whisky genau genommen nichts anderes als ein Bierbrand ist — dem allerdings kein Hopfen zugeführt wurde.
Der Bierbrand von Meister ist jedoch kein Whiskey sondern wurde aus dem frischen Vollbier von Meister destilliert und ist eine gute Ergänzung zu dem köstlichen Bier.