
Man kann kaum behaupten, das es der Literatur zum Thema Bier an prägnanten Titeln mangelt. Zum Einstieg in das Thema können wir deshalb die Werke
„Bier“ oder
„Bier“ empfehlen. Weniger ansprechend erscheint uns:
„Bier“. Aber wir sollten das Thema Bier ernst nehmen und empfehlen deshalb tatsächlich zum Einstieg das
Standardwerk „Bier“ von Michael Jackson. (Sind die Lacher abgeklungen? Nein, es handelt sich nicht um das ehemalige Mitglied der bekannten Soul-Kapelle.) Michael Jackson ist die internationale Autorität auf den Gebieten Bier und Whisky (Dabei fällt es mir mal wieder auf, das es sich bei Whisky im Grunde ja um nichts anderes als um Bierbrannt handelt — wenn auch ohne Hopfen. Doch das nur am Rande). Michael Jackson also hat gleich sechs Bücher mit dem griffigen Titel
„Bier“ in Deutschland veröffentlicht, die sich tatsächlich sehr kompetent eben diesem Thema widmen.
Für welches der Bierbücher man sich entscheiden sollte, hängt — wie bei so vielem beim Thema Bier — vom eigenen Geschmack ab.
Im großen, im Jahr 2000 beim Dorling Kindersley Verlag in Stuttgart erschienenen Bildband werden viele bekannte aber auch weniger bekannte Biere nebst Abbildung von Flasche und Bier im Glas vorgestellt. Geordnet sind die Biere je nach Anlass, das Bier zu sich zu nehmen. Da werden Biere zu jeder Jahreszeit vorgestellt, gesellige Biere oder Bier als Aperitif. Viel Platz nimmt Bier und Essen ein. Hier werden die Biere verschiedenen Typen von Gerichten zugeordnet. Im Kapitel Kochen mit Bier finden sich einige ausgewählte Gerichte. Auffällig und bezeichnend ist, dass man bittere deutsche Pilsner vergeblich in diesem Kapitel findet. Überhaupt macht das Buch Lust darauf, über den Bierglasrand hinaus zu schauen und die internationale Biervielfalt kennen zu lernen.
Abgerundet wird das Buch durch einen kurzen allgemeinen Teil, in dem Brauen und die Bierzutaten dargestellt werden. Dass dieses Buch weit von bierseeligem Reinheitsgeschunkel entfernt ist, zeigt die Tatsache, dass ein eigenes kurzes Kapitel den Geschmackszusätzen gewidmet ist. Hier wird deutlich gemacht, dass neben Hopfen auch Koriander, Kirschen, Schokolade oder gar Chili den Geschmack eines Bieres sehr zuträglich sein kann.
In Michael Jacksons Buch
„Bier. Über 2000 Marken aus aller Welt“, erstmals 1986 im Hallwagverlag in Bern erschienen, gibt es keine Bilder. Dafür ist dies Werk viel kompakter und kann somit sehr viel leichter zu jeder Einkaufs– oder gar Zechtour eingesteckt werden. Bei dem Titel darf man erwarten, dass über 2000 Biermarken und vor allem die zugehörigen Biere kurz vorgestellt und bewertet werden. Und diese Erwartung wird ohne Abstriche erfüllt. Dem vorangestellt ist eine recht prägnante Einführung, dem einiges Grundlegendes zum Thema Bier und Brauen zu entnehmen ist.
Auch hier ist die Darstellung des Brauprozesses mit seinen Zutaten obligatorisch. Das Kapitel zum Etikett und seiner Aufschrift ist zum einen eben zur Interpretation desselben recht hilfreich. Zum anderen bietet es aber auch einen Einstieg, all die vielen dargestellten internationalen Biere klassifizieren zu können. Und es sei an dieser Stelle noch mal betont: Vorgestellt werden Biere aus aller Welt und es lohnt sich.
Die betrachteten Biere sind nach Ländern bzw. nach Kontinenten geordnet und dort wiederum gegebenenfalls nach Regionen.
Zu jeder dieser Regionen, teilweise auch zu einzelnen Städten gibt es kompakte aber doch umfassende Hintergrundinformationen.
Ein sehr hilfreiches Brevier sowohl für den Einkauf, als auch, um sich einen allgemeinen Überblick zu verschaffen.