Das weiche Wasser bricht den Stein.

Würde man dies Bier als ‚Bots-Bier‘ bezeichnen — ich denke, die älteren unter uns können mit dieser Weichspülcombo noch etwas anfangen — würde man dieses Bier also als ‚Bots-Bier‘ bezeichnen, so täte man ihm sicherlich unrecht. Denn dieses Bier glänzt nicht durch Farblosigkeit, sondern durch eine dunkel-güldene Farbe im Glas. Und auch geschmacklich ist es alles andere als ausdruckslos. Es schmeckt voll und kräftig.
Dennoch kann man diesem Bier eine gewisse Affinität zu den Ökopax-Schlagern der Bots nicht absprechen: Schaut man sich nämlich nach einem Bier um, das man genussvoll sieben Tage trinken will, ohne es mit der Zeit überdrüssig zu werden, so hat man hiermit das Bier seiner Wahl gefunden.
Ein wichtiger Grund, warum das Bier trotz des ausgewogenen Hopfen-Malz-Aromas als eher schlank bezeichnet werden kann, dürfte im Wasser zu suchen sein, mit dem es gebraut wurde. Die Brauerei liegt am Rande des Steigerwalds, der aus Sandstein besteht. Das Wasser, das diesen harten Stein bricht, bleibt dabei weich. Das wiederum begünstigt eine aromatische aber nicht aufdringlich wirkende Hopfennote.
Wenn ein Bier ‚trocken‘ sein kann, so ist es das Adlerbräu. Vielleicht doch kein ‚Bots-Bier‘ sondern eine ‚Badetuch-Bier‘: Weich und trocken.
Den Pilsfreund wird der hohe Vergärungsgrad verbunden mit einem vergleichsweise niedrigen Stammwürzgehalt erfreuen, der zu den pilstypischen 4,8% vol. Alkohol führt. Der Kellerbierfreund wird das ausgewogene Malz—Hopfen- Verhältnis zu schätzen wissen und der Dunkelbierfreund den Anflug einer karamelligen Note.
Die Brauereigaststätte in Schlüsselfeld ist allemal einen Besuch wert, gibt es neben dem hervorragenden Bier doch eine beachtenswerte Speisekarte, die sich insbesondere durch die Karpfengerichte auszeichnet.
Und jetzt alle zusammen: „Was wollen wir trinken, sieben Tage lang? ...“

