
Dieses Bier ist ein Meisterwerk. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die jüngste Braumeisterin Deutschlands hat mit diesem Bier ihre Meisterprüfung mit Auszeichnung bestanden. Zurecht – wie wir meinen. Mit gerade mal 20 Jahren hat Monika Hansen, die Juniorchefin der von uns sehr geschätzten Meinel-Brauerei in Hof ein wundervolles Winterbier kreiert.
Der erste Ausstoß dieses Bieres wurde letzten Winter in einer limitierten Auflage von 8000 nummerierten Flaschen hergestellt. Wir sind froh, einige zum Probieren erhalten zu haben. Dieses Jahr wird es um Weihnachten herum erneut verkauft. Und ist das Etikett nicht großartig?
Eigentlich ist Weizen ja nicht so meine Angelegenheit. Aber gerade bei den Bieren, die mit Weizen gebraut werden, scheint es eine sehr große Bandbreite zu geben. Ich muss langsam wohl von meinem Verdikt abrücken. Schließlich spielt Weizen ja auch bei den berühmten belgischen Trappistenbieren eine wichtige Rolle.
Ich würde nicht zögern, den Meinel Weizenbock in eine Reihe mit den schweren belgischen Trappistenbieren zu stellen. Aber wahrscheinlich tut man diesem Bier damit unrecht. Hat es doch einen ganz eigenständigen Geschmack. Monika Hansen betont, dass die bitteren norddeutschen Pilse nicht unbedingt der von ihr bevorzugte Biertyp sei. Das merkt man bei ihrem Meisterbier. Es ist nicht schlank und bitter. Es ist mollig. Eine deutliche Süße ist zu schmecken, aber nicht pampig penetrant. So dass auch keine unnötige Hopfenbittere erforderlich ist dem entgegenzuwirken.
Wie bei vielen obergärigen Bieren, findet sich eine ganze Palette von Aromen, denen man bei diesem Bier nachschmecken kann. Ich meine zum Beispiel eine Andeutung von Wintergrün wahrgenommen zu haben.
Der Meinel Weizenbock hat in seiner Kategorie bei den diesjährigen European Beer Star Awards 2010 den ersten Platz belegt, und vom Publikum unter allen vorgelegten Bieren die Silbermedaille erhalten.
Wir gratulieren.

In Teil I dieser Literaturvorstellung haben wir Bände mit dem prägnanten Titel „Bier“ vorgestellt. Eine Liste die sicher noch deutlich erweitert werden könnte. Ein Buch mit diesem schlichten Titel, von dessen Genuss wir abraten würden, liegt uns - wohl eher zufällig - nicht vor. Stellvertretend für diese Kategorie nennen wir hier aber „Das Buch zum Bier“, erschienen 1999 im Eichborn Verlag.
Wird da wieder nur eine weitere Sau durchs Dorf gejagt?