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Artikel mit Tag Bier
Samstag, 17. Juli 2010
Ølwechsel leicht gemacht
Den Schulferien ist es geschuldet, dass im Juli keine Verkostung in der Bierboutique Ølwechsel stattfindet.

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Bierverkostung
Montag, 28. Juni 2010
Adler Bräu Vollbier
Das weiche Wasser bricht den Stein.

Würde man dies Bier als ‚Bots-Bier‘ bezeichnen — ich denke, die älteren unter uns können mit dieser Weichspülcombo noch etwas anfangen — würde man dieses Bier also als ‚Bots-Bier‘ bezeichnen, so täte man ihm sicherlich unrecht. Denn dieses Bier glänzt nicht durch Farblosigkeit, sondern durch eine dunkel-güldene Farbe im Glas. Und auch geschmacklich ist es alles andere als ausdruckslos. Es schmeckt voll und kräftig.
Dennoch kann man diesem Bier eine gewisse Affinität zu den Ökopax-Schlagern der Bots nicht absprechen: Schaut man sich nämlich nach einem Bier um, das man genussvoll sieben Tage trinken will, ohne es mit der Zeit überdrüssig zu werden, so hat man hiermit das Bier seiner Wahl gefunden.
Ein wichtiger Grund, warum das Bier trotz des ausgewogenen Hopfen-Malz-Aromas als eher schlank bezeichnet werden kann, dürfte im Wasser zu suchen sein, mit dem es gebraut wurde. Die Brauerei liegt am Rande des Steigerwalds, der aus Sandstein besteht. Das Wasser, das diesen harten Stein bricht, bleibt dabei weich. Das wiederum begünstigt eine aromatische aber nicht aufdringlich wirkende Hopfennote.
Wenn ein Bier ‚trocken‘ sein kann, so ist es das Adlerbräu. Vielleicht doch kein ‚Bots-Bier‘ sondern eine ‚Badetuch-Bier‘: Weich und trocken.
Den Pilsfreund wird der hohe Vergärungsgrad verbunden mit einem vergleichsweise niedrigen Stammwürzgehalt erfreuen, der zu den pilstypischen 4,8% vol. Alkohol führt. Der Kellerbierfreund wird das ausgewogene Malz—Hopfen- Verhältnis zu schätzen wissen und der Dunkelbierfreund den Anflug einer karamelligen Note.
Die Brauereigaststätte in Schlüsselfeld ist allemal einen Besuch wert, gibt es neben dem hervorragenden Bier doch eine beachtenswerte Speisekarte, die sich insbesondere durch die Karpfengerichte auszeichnet.
Und jetzt alle zusammen: „Was wollen wir trinken, sieben Tage lang? ...“
Geschrieben von Guido Felhölter
in Expeditionen ins Bierreich
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20:37
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Donnerstag, 10. Juni 2010
Geuze Boon
Brausaison 2006 – 2007

Wahrscheinlich kommt man nicht umhin, bei der Vorstellung von belgischen Geuze immer wieder hervorzuheben, das man sich geschmacklich auf etwas ganz anderes einstellen sollte, als dass, was man von deutschen Standardbieren so gewöhnt ist.
Ist das erst mal geklärt, kann man sich auf die aromatische Vielfalt jedes einzelnen Vertreters dieser Bierart einlassen.
Die verschiedenen Aromata in Worte zu fassen, schlägt allerdings fast immer fehl. Je kreativer der Rezensent, desto schiefer die Metaphern. Diese Sammlung wollen wir hier um eine weitere Version erweitern:
Das Boon Geuze ist ein herausragender Vertreter der Gattung spontan vergorener Biere. Der Braumeister Frank Boon hat zunächst in der Lambic-Brauerei De-Vit sein Handwerk gelernt, bevor er sich dann seiner eigen Brauerei widmete. Er gilt allgemein als einer der wichtigsten Neuerer, der sich um die Renaissance dieser traditionellen belgischen Biere verdient gemacht hat.
Das Boon Geuze wird diesem guten Ruf gerecht.
Am einfachsten ist noch zu beschreiben, was das Boon Geuze nicht ist: Es ist nicht sauer. Damit will ich nicht sagen, dass zu erwarten gewesen wäre, dass das Bier sein Haltbarkeitsdatum überschritten hat und inzwischen sauer geworden ist. Da Geuzes spontan vergoren sind, spielen neben Hefen immer auch Milchsäurebakterien eine Rolle. Und die geben dem Bier eine saure Note. Die ist aber beim Boon Geuze vergleichsweise zurückhaltend.
Süße findet sich in diesem Bier aber auch nicht. Ich würde es sogar als knochentrocken bezeichnen. Von einigen anderen Vertretern dieser Bierart unterscheidet es sich auch dadurch, dass zumindest ich keine fruchtige Note habe ausmachen können. Auffällig ist eine gewisse Bitterkeit, und ein deutlicher geschmacklicher Hinweis auf die Lagerung in Eichenfässern.
Wirklich sprechend war diese Beschreibung aber nicht, oder? Vielleicht so: Das Boon Geuze schmeckt nach Fußballkabine in der zur Halbzeit Zwiebelbrot mit Brause verteilt wurde.
Aber vielleicht bring ich da auch was durcheinander und sollte ein solches Bier nicht grad beim Fußball gucken probieren.
Geschrieben von Guido Felhölter
in Expeditionen ins Bierreich
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20:15
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Montag, 31. Mai 2010
Erstes Forchheimer Leicht

„Herbfrisches Schankbier“
Damit hatte mal die Henninger Brauerei ihr alkoholfreies Bier beworben. 'Schankbier' sollte dabei wohl suggerieren, das das Bier schmecke wie ein im Schankraum frisch gezapftes Bier.
Gelogen hat der Bierfabrikbetreiber damit nicht, ist der Begriff 'Schankbier' doch klar definiert: Ein Schankbier ist ein Bier mit einem Stammwürzgehalt zwischen 7% und 11%. Das heißt, aus der während des Brauprozesses entstandenen Zuckerlösung könnte ein Bier mit einem Alkoholgehalt von etwa 3 % bis 4,5% Alkohol gebraut werden. Und das gilt sicherlich für das Clausthaler. Die nächst schwächere Bierart wäre das Einfachbier, die nächst stärkere das Vollbier. Praktische jedes Pils, Export oder auch Weizen das wir trinken ist ein Vollbier. 'Schankbier' heißt also recht schlicht: 'Dieses Bier ist dünner als das, was sonst so getrunken wird'.
Die kleinste der vier Forcheimer Brauereien - Eichhorn - hat sich nun an das Experiment gewagt, ein Leichtbier – mithin also ein Schankbier zu brauen. Ist das nun überraschend angesichts der Tatsache, dass das Pils dieser Brauerei auf satte 5,4% kommt oder erkennt man daran, dass die Brauerei schon immer mit der Stärke ihrer Biere experimentiert hat?
Das Experiment möchte ich als gelungen bezeichnen. Bei der letzten Verkostung in der Bierboutique Ølwechsel habe ich zunächst verheimlicht, dass es sich um ein Leichtbier handelt. Die Verkoster waren allgemein überrascht, als sie erfuhren, dass das Bier nur 2,9 % vol. Alkohol hat.
Es schmeckt nicht wässrig. Im Gegenteil: Es hat einen recht kräftigen Malzkörper, wie es sich für ein fränkisches Bier gehört. Dabei muss es aber wohl doch dem fehlenden Alkoholgehalt etwas Tribut zollen. Der Malzgeschmack kommt etwas dominant daher und bleibt trotz der kräftigen und leckeren Hopfengabe ein wenig isoliert.
Aber auch wenn man mit diesem Bier ein Bier hat mit '40% weniger Alkohol als unser Vollbier' wie eine Banderole auf dem Flaschenetikett mitteilt, so handelt es sich beim 'Erstes Forcheimer Leicht' beileibe nicht nur um eine abgespeckte Version des Vollbiers, sonder um eine unbedingt trinkenswerte Sorte aus dem Sortiment der Eichhorn Brauerei.
Geschrieben von Guido Felhölter
in Expeditionen ins Bierreich
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18:19
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Samstag, 29. Mai 2010
Ølwechsel leicht gemacht
Die Bierboutique Ølwechsel veranstaltet an jedem letzten Freitag im Monat eine Bierverkostung. Diesen Monat ist das der 25.06.10.

Bierverkostung
Bierverkostung
am Freitag den 25.06.10
ab 18:30 Uhr
in der Bierboutique Ølwechsel
im Autowerk, Ginnheimer Str. 32
in Frankfurt am Main
Bitte unbedingt vorher anmelden, da die Kapazitäten begrenzt sind.
Die Kosten betragen € 15,-
Damit wir genügend Bier kaltstellen können, bitten wir darum, sich unbedingt vorher anzumelden:
Telefon (069) 71 67 18 59
oder
Verkostung@edlebiere.de
Die Verkostungen richtet sich nicht nur an jene Biertrinkerinnen, die nach Anregungen für einen Ølwechsel suchen, sondern auch an alle, denen die Welt des Biergenusses bislang eher verschlossen geblieben ist.
Verkostet werden 6-8 Biere aus dem Angebot der Bierboutique Ølwechsel. Die Palette reicht von Pils über typisch fränkisches Kellerbier bis hin zu internationalen Spezialitäten.
Gerade jene, die bislang mit Bier noch nicht viel anzufangen wussten, können zB über die belgischen Spezialitäten erfahren, dass Bier auch ganz anders schmecken kann, als jenes tendenziell bittere Getränk, das ihnen immer mal wieder zu Chips angeboten wurde. Bei den Bierproben soll nicht nur das Urteilsvermögen in Bezug auf Aussehen, Geruch und Geschmack der verkosteten Biere geschult werden. Auch das Drumherum soll nicht zu kurz kommen. Schließlich kann es nicht schaden, etwas über den Brauprozess zu wissen, um sich ein sicheres Urteil über ein Bier bilden zu können.
Natürlich ist das Wichtigste bei einer Bierverkostung, Biere probieren zu können, die man sonst nur sehr schwierig in sein Glas bekommt. (Damit sind keine motorischen Probleme beim Einschenken gemeint sondern die geringe Verfügbarkeit besonderer Biere.) Da die Telnehmerinnen und Teilnehmer die Biere ja selber probieren, versuchen wir uns bei der Charakterisierung der Biere zurückzuhalten. Schließlich geht es ja darum, selbst das Geschmackserlebnis zu haben.
Stattdessen legen wir Wert darauf, den Besucherinnen nahe zu bringen, dass es eine Bierwelt jenseits von den im Fernsehen allenthalben beworbenen ‚Premium’ Pilsnern gibt. Enge Kontakte nicht nur mit lokalen Kleinbrauern sondern auch mit fränkischen oder gar belgischen Brauern geben uns hoffentlich die Möglichkeit einen Einblick in die verschiedenen regionalen Brautraditionen zu geben.
Montag, 19. April 2010
Ølwechsel leicht gemacht
Diesen Monat: das offizielle Angrillen
Die Bierboutique Ølwechsel veranstaltet an jedem letzten Freitag im Monat eine Bierverkostung. Diesen Monat ist das der 30.04. 10.
Bierverkostung
am Freitag den 30.04. 10
ab 18:30 Uhr
in der Bierboutique Ølwechsel
im Autowerk, Ginnheimer Str. 32
in Frankfurt am Main
Die Kosten betragen € 15,-
Damit wir genügend Kohle auflegen und Bier kaltstellen können, bitten wir darum, sich unbedingt vorher anzumelden:
Telefon (069) 71 67 18 59
oder
Verkostung@edlebiere.de
Unmittelbar vor der nächsten Verkostung werden wir von einer neuen Einkaufstour aus Franken zurückkommen. Die dort erworbenen Preziosen werden wir im Rahmen des Angrillens vorstellen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können dabei viel Wissenswertes über die fränkischen Brauereien und Bierspezialitäten erfahren.
In ungezwungener Runde werden wir gemeinsam Grillen und feststellen, welche Biere besonders zum nun endlich erwachenden Frühling passen.
Bier, Brot und Informationen stellen wir, Ihr bevorzugtes Grillgut bringen Sie bitte selber mit.
Und zum Schluss schon mal ein kleiner, dafür um so wichtigerer Tip zu Grillen und Bier: Das Steak mit Bier abzulöschen geht gar nicht! Warum? Dazu hat der Polymerforscher am Max-Planck-Institut Thomas Vilgis einen hervorragenden Artikel geschrieben auf den wir bei der Verkostung sicher zu sprechen kommen.
Geschrieben von Guido Felhölter
in Verkostung
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19:34
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Tags für diesen Artikel: Bier, Bierprobe, Bierverkostung, Expeditionen ins Bierreich, Frankfurt, fränkisches Bier, Verkostung
Dienstag, 13. April 2010
Bier im Buch Teil I
Man kann kaum behaupten, das es der Literatur zum Thema Bier an prägnanten Titeln mangelt. Zum Einstieg in das Thema können wir deshalb die Werke „Bier“ oder „Bier“ empfehlen. Weniger ansprechend erscheint uns: „Bier“. Aber wir sollten das Thema Bier ernst nehmen und empfehlen deshalb tatsächlich zum Einstieg das Standardwerk „Bier“ von Michael Jackson. (Sind die Lacher abgeklungen? Nein, es handelt sich nicht um das ehemalige Mitglied der bekannten Soul-Kapelle.) Michael Jackson ist die internationale Autorität auf den Gebieten Bier und Whisky (Dabei fällt es mir mal wieder auf, das es sich bei Whisky im Grunde ja um nichts anderes als um Bierbrannt handelt — wenn auch ohne Hopfen. Doch das nur am Rande). Michael Jackson also hat gleich sechs Bücher mit dem griffigen Titel „Bier“ in Deutschland veröffentlicht, die sich tatsächlich sehr kompetent eben diesem Thema widmen.Für welches der Bierbücher man sich entscheiden sollte, hängt — wie bei so vielem beim Thema Bier — vom eigenen Geschmack ab.
Im großen, im Jahr 2000 beim Dorling Kindersley Verlag in Stuttgart erschienenen Bildband werden viele bekannte aber auch weniger bekannte Biere nebst Abbildung von Flasche und Bier im Glas vorgestellt. Geordnet sind die Biere je nach Anlass, das Bier zu sich zu nehmen. Da werden Biere zu jeder Jahreszeit vorgestellt, gesellige Biere oder Bier als Aperitif. Viel Platz nimmt Bier und Essen ein. Hier werden die Biere verschiedenen Typen von Gerichten zugeordnet. Im Kapitel Kochen mit Bier finden sich einige ausgewählte Gerichte. Auffällig und bezeichnend ist, dass man bittere deutsche Pilsner vergeblich in diesem Kapitel findet. Überhaupt macht das Buch Lust darauf, über den Bierglasrand hinaus zu schauen und die internationale Biervielfalt kennen zu lernen.
Abgerundet wird das Buch durch einen kurzen allgemeinen Teil, in dem Brauen und die Bierzutaten dargestellt werden. Dass dieses Buch weit von bierseeligem Reinheitsgeschunkel entfernt ist, zeigt die Tatsache, dass ein eigenes kurzes Kapitel den Geschmackszusätzen gewidmet ist. Hier wird deutlich gemacht, dass neben Hopfen auch Koriander, Kirschen, Schokolade oder gar Chili den Geschmack eines Bieres sehr zuträglich sein kann.
In Michael Jacksons Buch „Bier. Über 2000 Marken aus aller Welt“, erstmals 1986 im Hallwagverlag in Bern erschienen, gibt es keine Bilder. Dafür ist dies Werk viel kompakter und kann somit sehr viel leichter zu jeder Einkaufs– oder gar Zechtour eingesteckt werden. Bei dem Titel darf man erwarten, dass über 2000 Biermarken und vor allem die zugehörigen Biere kurz vorgestellt und bewertet werden. Und diese Erwartung wird ohne Abstriche erfüllt. Dem vorangestellt ist eine recht prägnante Einführung, dem einiges Grundlegendes zum Thema Bier und Brauen zu entnehmen ist.
Auch hier ist die Darstellung des Brauprozesses mit seinen Zutaten obligatorisch. Das Kapitel zum Etikett und seiner Aufschrift ist zum einen eben zur Interpretation desselben recht hilfreich. Zum anderen bietet es aber auch einen Einstieg, all die vielen dargestellten internationalen Biere klassifizieren zu können. Und es sei an dieser Stelle noch mal betont: Vorgestellt werden Biere aus aller Welt und es lohnt sich.
Die betrachteten Biere sind nach Ländern bzw. nach Kontinenten geordnet und dort wiederum gegebenenfalls nach Regionen.
Zu jeder dieser Regionen, teilweise auch zu einzelnen Städten gibt es kompakte aber doch umfassende Hintergrundinformationen.
Ein sehr hilfreiches Brevier sowohl für den Einkauf, als auch, um sich einen allgemeinen Überblick zu verschaffen.
Geschrieben von Guido Felhölter
in Expeditionen ins Bierreich
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15:57
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Dienstag, 23. Februar 2010
Eichhorn Edelpils

Bayrische Biere — sind das nicht diese dünnen Biere, die man literweise zu sich nehmen muss, um überhaupt eine Wirkung zu spüren?
Der Braumeister des hier vorgestellten Bieres würde uns wahrscheinlich höchstens noch Mineralwasser kredenzen, würden wir sein Bier als ‚bayrisch‘ bezeichnen — Bundesland hin, Bundesland her. Denn Forchheim liegt in Franken. Forchheim hat zwar nur etwa 30 000 Einwohner, dafür aber vier Brauereien. Und die kleinste Brauerei von ihnen ist die Brauerei Eichhorn.
Doch zurück zum Bier: Die echten Experten suchen auf dem Etikett natürlich erst mal nach dem Alkohol gehalt — und stutzen: Hat ein Pils nicht normalerweise so um die 4,8 %? Hat es. Nicht so aber dieses. Überrascht stellen wir fest, dass dort 5,4 vol. % Alkohol angegeben sind. Ein Alkoholgehalt, wie wir ihn eher von klassischen Exportbieren gewohnt sind.
Grundsätzlich scheint es eher so zu sein, dass die süddeutschen Biere pilsener Brauart stärker sind als ihre norddeutschen Pendanten. Konrad Greif aber, der Braumeister, der für dieses außergewöhnliche Pils verantwortlich zeichnet, scheint sein Bier gerne noch etwas stärker einzubrauen als lokal üblich. Und was soll man sagen - es kommt dem Bier zugute.
Kein Spritgeschmack, keine Pampigkeit.
Nun, offensichtlich ist dieses Bier hochvergoren, wie es sich für ein ordentliches Pils gehört. Und der Hopfen ist auch nicht nur in diesem Bier, um es bitter zu machen. Leckerer Aromahopfen gibt diesem Pils seinen Charakter, der als mehr denn als ‚fein‘ bezeichnet werden kann. Allerdings kann dieses Bier seine Herkunft aus einer fränkischen Kleinbrauerei nicht verleugnen - was ihm durchaus nicht zum Nachteil gereicht. Im Antrunk kann man den für viele Kleinbrauereien typischen fruchtigen Anklang finden. Nach einem kräftigen Schluck verweilt dann der herrlich herbe Geschmack dieses Bieres noch lange hinter auf der Zunge.
Bei unserer letzten Blindverkostung in der Bierboutique Ølwechsel hat dieses Pils durchweg als das beste der probierten Biere abgeschnitten. Auch wenn es nicht die schlanke trocken -spritzige Eleganz aufgewiesen hat, wie man es von einem typischen Pils erwartet hätte.
Übrigens ist Pils entgegen der landläufigen Meinung durchaus ein typisch bayrisches Bier. Schließlich wurde es erstmals vom bayerischen Braumeister Josef Groll 1842 in Pilsen ausgeschenkt.
Geschrieben von Guido Felhölter
in Expeditionen ins Bierreich
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12:22
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Dienstag, 16. Februar 2010
Büchenbacher Bockbier

Wow – Beck ’n Bier Bock: das klingt nach „Rock ’n Roll“ und nach „Bock auf mehr“.
Die Farbgebung des Etiketts allerdings erinnert eher an die achtziger Jahre: Gelb auf Orange mit grünen und braunen Einsprengseln.
Sei’s drum: Original Büchenbacher Bockbier Beck’n Bier Brauereiabfüllung – da geht was.
Es ist ein dunkler Bock. Ein schönes Braun mit einem herbstlich roten Stich. Findet sich da das gedeckte Orange des Etiketts wieder?
Es wird zwar langsam etwas wärmer. Wenn ich aber rausschaue ist es unverkennbar noch Winter. Da darf es dann auch schon mal ein etwas stärkeres Bier sein. Auf dem Etikett des Büchenbacher Bock-Bier steht 7,1 %vol. Das ist recht nah am Doppelbock. Das glaub ich aber nicht.
Man schmeckt den hohen Stammwürzgehalt jedenfalls nicht. Man schmeckt das leicht karamellig, leicht röstige Malz. Das will man ja bei einem gescheiten dunklen Bier. Und man schmeckt eine Menge feinen Hopfens als Gegengewicht. Auch das erwartet man von einem guten fränkischen Bier. Die süße Pampigkeit, die ich bei deutschen Starkbieren so fürchte, die schmeckt man bei diesem Bier nicht. Das ist einwandfrei. Wüsste ich es nicht besser, würde ich dieses Bier als einen hervorragenden Vertreter dunkler Märzenbiere einordnen.
Es ist aber ein durchaus gehaltvolles Bock-Bier und deshalb an diesem feuchtkalten Winterabend genau das richtige.
Donnerstag, 28. Januar 2010
Warum nicht? – Das Deutsche Reinheitsgebot II
Teil 2: Der Hopfen
Aber darauf, dass Gott es erhalte, vertrauen die meisten Bauern gerade in Hinblick auf den Hopfen nicht. Mehr Vertrauen setzen Sie da schon auf die umfangreiche Produktpalette der chemischen Industrie.
Beim Hopfen handelt es sich um eine sehr empfindliche Pflanze, die einer sehr eingehenden Hege und Pflege bedarf. Der Kunstdünger hinterlässt dabei seine Grüße in Form der sich inzwischen in aller Munde befindlichen Nitrate. Als Pestizide beim Hopfen sind dann zum Beispiel das hochgiftige Triphenylzinn oder Chlorthalonil sehr beliebt. Letzteres steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Dessen ungeachtet wurde von der Bundesregierung der Grenzwert in Bezug auf Hopfen seit 2001 um das fünftausendfache erhöht.
Nun könnte der Hopfen ja auch nach der Ernte noch verderben. Dagegen hilf Schwefel. Und der wird denn auch oft zur Hand genommen. Bis zu zehn Gramm je Kilogramm Hopfen.
Die Vorstellung, der Hopfen werde in Form der so herrlich duftenden wie aussehenden Hopfendolden im Verlauf des Brauprozesses zugesetzt, ist zwar recht romantisch, entspricht aber zumeist nicht der Realität. Der Hopfen wird oft in Form von gepressten so genannten Pellets oder von flüssigen Auszügen der Würze beigegeben. Folgerichtig finden wir in der Zutatenliste vieler Biere denn auch die Bezeichnung ‚Hopfenextrakt’. Dieser Extrakt muss aus dem Hopfen ja nun erstmal extrahiert werden. Und dazu werden chemische Lösungsmittel wie Methylenchlorid oder Hexan verwendet.
Das Reinheitsgebot hat mit all dem rein gar nichts zu tun. Wollen wir reine Zutaten haben, so bleibt uns nichts übrig, als auch beim Bier auf ökologisch angebaute Zutaten zurückzugreifen.
... Und nächstes Mal: Die Zusatzstoffe.
„Hopfen und Malz — Gott erhalt‘s“
Aber darauf, dass Gott es erhalte, vertrauen die meisten Bauern gerade in Hinblick auf den Hopfen nicht. Mehr Vertrauen setzen Sie da schon auf die umfangreiche Produktpalette der chemischen Industrie.
Beim Hopfen handelt es sich um eine sehr empfindliche Pflanze, die einer sehr eingehenden Hege und Pflege bedarf. Der Kunstdünger hinterlässt dabei seine Grüße in Form der sich inzwischen in aller Munde befindlichen Nitrate. Als Pestizide beim Hopfen sind dann zum Beispiel das hochgiftige Triphenylzinn oder Chlorthalonil sehr beliebt. Letzteres steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Dessen ungeachtet wurde von der Bundesregierung der Grenzwert in Bezug auf Hopfen seit 2001 um das fünftausendfache erhöht.
Nun könnte der Hopfen ja auch nach der Ernte noch verderben. Dagegen hilf Schwefel. Und der wird denn auch oft zur Hand genommen. Bis zu zehn Gramm je Kilogramm Hopfen.
Die Vorstellung, der Hopfen werde in Form der so herrlich duftenden wie aussehenden Hopfendolden im Verlauf des Brauprozesses zugesetzt, ist zwar recht romantisch, entspricht aber zumeist nicht der Realität. Der Hopfen wird oft in Form von gepressten so genannten Pellets oder von flüssigen Auszügen der Würze beigegeben. Folgerichtig finden wir in der Zutatenliste vieler Biere denn auch die Bezeichnung ‚Hopfenextrakt’. Dieser Extrakt muss aus dem Hopfen ja nun erstmal extrahiert werden. Und dazu werden chemische Lösungsmittel wie Methylenchlorid oder Hexan verwendet.
Das Reinheitsgebot hat mit all dem rein gar nichts zu tun. Wollen wir reine Zutaten haben, so bleibt uns nichts übrig, als auch beim Bier auf ökologisch angebaute Zutaten zurückzugreifen.
... Und nächstes Mal: Die Zusatzstoffe.
Montag, 25. Januar 2010
Fromboise Boon Lambiek

Tja - ... Himbeerbier ...
Jede Assoziation mit Krombacher Cab Dragonfruit oder ähnlichen Kreationen verbietet sich hier. Und wer einerseits schreit „DAS IST DOCH KEIN BIER“ und andererseits dazu beiträgt, dass der Anteil von Biermischgetränken beim Umsatz der Industriebrauereien immer weiter zunimmt, ist für dieses Bier verloren.
Ja, natürlich handelt es sich um Bier!
Es ist eben kein Biermischgetränk. Der Zusatz von Früchten bzw. Fruchtsaft ist bei belgischen Fruchtbieren Teil des Brauprozesses. Wie man sich das Verfahren vorzustellen hat, werde ich in Teil drei der Trilogie „Vom Lambic zum Geuze“ beleuchten.
Das hier besprochene belgische Fruchtbier kommt aus der sehr renommierten Lambic-Brauerei Boon. Ich weiß: Wenn man betonen muss, dass etwas renommiert ist, kann es mit dem Renommee nicht so ganz weit her sein. Ich glaube aber, dass es zwischen den deutschen und den belgischen Bierfreunden hinsichtlich des Kenntnisstands zu Spezialbieren gewisse Divergenzen gibt. Lambic-Brauereien gibt es auch in Belgien nur noch recht wenige. Und wenn ich nicht ganz falsch informiert bin, gehört Boon zu den angesehenen.
Wirklich attraktiv sieht das Bier im Glas nicht aus. Man kennt den Effekt von selbst gemachter Marmelade: Wurde sie gerade frisch bereitet, leuchtet das Rot, als sei die Marmelade von innen angestrahlt. Holt man im Winter ein Glas aus dem Keller, um den Sommer auf den Frühstückstisch zu stellen, leuchtet nichts mehr. Die Farbe tendiert jetzt eher zu einem Rostbraun.
So präsentiert sich auch unser Fromboise Boon Lambiek.
Als Kind habe ich von meiner Tante jedes Jahr eine kleine Flasche selbst gemachten Himbeersirup bekommen. Irgendwie war er leicht vergoren. Zu dem fabelhaften Himbeeraroma gesellte sich so eine leicht saure Note, die den Himbeergeschmack noch zu betonen schien. Und der Geschmack war nicht der von natürlichem Himbeeraroma aus Sägespänen, wie wir ihn - geprägt von Himbeerjogurt – möglicherweise erwarten. Der Geschmack war der Geschmack von Himbeeren.
Warum ich hiervon berichte? Weil mir genau diese Gedanken beim Trinken des vortrefflichen Fruchtbiers gekommen sind. Eben dieses Aroma strömt einem aus dem Fromboise Boon Lambiek entgegen. Und auch hier ergänzt die Säure, die dem Lambiek ja eigen ist, das Himbeeraroma vortrefflich.
Da sich auf dem Etikett nicht der Zusatz ‚Oude’ findet, war davon auszugehen, dass bei diesem Bier die Vergehrung gestoppt wurde und so eine deutliche Restsüße geblieben ist. Diese Vermutung bestätigt sich beim probieren. Damit entspricht das Bier zwar nicht der reiner Lehre traditioneller Lambic-Braukunst. Geschmacklich kann ich aber nichts dagegen einwenden. Die deutliche Süße wird nämlich durch eine leichte Hopfenbittere und einem Deut vom Eichenfass abgegebenen Aroma gebrochen.
Geschrieben von Guido Felhölter
in Expeditionen ins Bierreich
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11:09
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Freitag, 8. Januar 2010
Auf Einkaufstour in der Fränkischen Schweiz II
Brauerei Mager Ur-Hell

Auch von der Brauerei Mager in Pottenstein haben wir kein Photo. Schreiben wir hier von Brauereien, von denen wir kein Photo haben, so haben wir zumindest ein Photo zu bieten, von einer Brauerei, die es gar nicht mehr gibt: Die Brauerei Wehrfritz in Muggendorf. Die gibt es seit 1983 nicht mehr. Immerhin gibt es in Muggendorf noch den Getränkevertrieb Wehrfritz, bei dem man neben gängigen Fabrikbieren auch einige veritable regionale Biere erhält. Wir aber wollten Bier direkt aus einer uns noch unbekannten Brauerei und mussten deshalb drei Dörfer weiter nach Pottenstein fahren. Der Ortsname verleitet zur Annahme, hier sei es hässlich, ist es aber nicht, ein bischen barock vielleicht, aber das ist Ansichtssache.
Jedenfalls hat man dort die Wahl: Brauerei Hufeisen oder Mager. Da es schneite, hatte ich Angst, nicht mehr gut zurück zu kommen so dass wir uns wieder beeilen müssen. Deshalb haben wir nicht erkunden können, ob es die Brauerei Wagner auch noch gibt. Weiß jemand davon?
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Auch von der Brauerei Mager in Pottenstein haben wir kein Photo. Schreiben wir hier von Brauereien, von denen wir kein Photo haben, so haben wir zumindest ein Photo zu bieten, von einer Brauerei, die es gar nicht mehr gibt: Die Brauerei Wehrfritz in Muggendorf. Die gibt es seit 1983 nicht mehr. Immerhin gibt es in Muggendorf noch den Getränkevertrieb Wehrfritz, bei dem man neben gängigen Fabrikbieren auch einige veritable regionale Biere erhält. Wir aber wollten Bier direkt aus einer uns noch unbekannten Brauerei und mussten deshalb drei Dörfer weiter nach Pottenstein fahren. Der Ortsname verleitet zur Annahme, hier sei es hässlich, ist es aber nicht, ein bischen barock vielleicht, aber das ist Ansichtssache.
Jedenfalls hat man dort die Wahl: Brauerei Hufeisen oder Mager. Da es schneite, hatte ich Angst, nicht mehr gut zurück zu kommen so dass wir uns wieder beeilen müssen. Deshalb haben wir nicht erkunden können, ob es die Brauerei Wagner auch noch gibt. Weiß jemand davon?
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Geschrieben von Guido Felhölter
in Expeditionen ins Bierreich
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10:37
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Tags für diesen Artikel: Bier, Bierprobe, Expeditionen ins Bierreich, Franken, fränkisches Bier, Helles
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