„Hopfen und Malz — Gott erhalt‘s“
Aber darauf, dass Gott es erhalte, vertrauen die meisten Bauern gerade in Hinblick auf den Hopfen nicht. Mehr Vertrauen setzen Sie da schon auf die umfangreiche Produktpalette der chemischen Industrie.
Beim Hopfen handelt es sich um eine sehr empfindliche Pflanze, die einer sehr eingehenden Hege und Pflege bedarf. Der Kunstdünger hinterlässt dabei seine Grüße in Form der sich inzwischen in aller Munde befindlichen Nitrate. Als Pestizide beim Hopfen sind dann zum Beispiel das hochgiftige Triphenylzinn oder Chlorthalonil sehr beliebt. Letzteres steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Dessen ungeachtet wurde von der Bundesregierung der Grenzwert in Bezug auf Hopfen seit 2001 um das fünftausendfache erhöht.
Nun könnte der Hopfen ja auch nach der Ernte noch verderben. Dagegen hilf Schwefel. Und der wird denn auch oft zur Hand genommen. Bis zu zehn Gramm je Kilogramm Hopfen.
Die Vorstellung, der Hopfen werde in Form der so herrlich duftenden wie aussehenden Hopfendolden im Verlauf des Brauprozesses zugesetzt, ist zwar recht romantisch, entspricht aber zumeist nicht der Realität. Der Hopfen wird oft in Form von gepressten so genannten Pellets oder von flüssigen Auszügen der Würze beigegeben. Folgerichtig finden wir in der Zutatenliste vieler Biere denn auch die Bezeichnung ‚Hopfenextrakt’. Dieser Extrakt muss aus dem Hopfen ja nun erstmal extrahiert werden. Und dazu werden chemische Lösungsmittel wie Methylenchlorid oder Hexan verwendet.
Das Reinheitsgebot hat mit all dem rein gar nichts zu tun. Wollen wir reine Zutaten haben, so bleibt uns nichts übrig, als auch beim Bier auf ökologisch angebaute Zutaten zurückzugreifen.
... Und nächstes Mal: Die Zusatzstoffe.

