... Ach nee, ich bin Weintrinker!So oder so ähnlich bekomme ich nicht selten zur Antwort, wenn ich ein besonderes Bier anpreise. Hm – bei mir ist das anders: Ich trinke zwar Bier, aber auch Wasser. Und Tee und Saft, Kaffee und Milch und ab und zu mal eine Cola.
Oder sollte ich da etwas böswillig missverstanden haben. Beziehen sich diese Leute nur auf alkoholische Getränke?
Nun ist es ja sehr sinnvoll, seinen Alkoholkonsum einzuschränken. Mir mag es aber nicht so recht einleuchten, warum man sich deshalb auf eine bestimmte Sorte alkoholischer Getränke beschränken sollte. – So eine Art Eiweißdiät für Alkoholika?
Bier und Wein: ein stärkeres Gegensatzpaar als in dieser Debatte um Genuss alkoholischer Getränke scheint es kaum zu geben.
Was sind Feuer und Wasser dagegen. Sie gelten zwar als das Gegensatzpaar par excellence, doch dürften wir uns alle einig darin sein, dass wir auf keines von beidem verzichten wollen.
Ganz anders bei Wein und Bier. „Ich bin Weintrinker“ heißt hier: Ich bleib beim Wein, ohne Bier kann ich bestens auskommen (außer vielleicht ein „kühles Blondes“ nach dem Sport). Umgekehrt heißt „Ich bin ja Biertrinker“: Bleib mir mit Wein vom Leibe, den braucht man doch nur um snobistische Pseudokulinarik vorzutäuschen. (Bei einem romantischen Dinner zu zweit würde wohl aber auch „Der Biertrinker“ zum Wein greifen.)
Dass Wein und Bier fast ausschließlich als Gegensatz angesehen werden müssen, ist ebenso ärgerlich wie überflüssig. In nicht unerheblichem Maße – so möchte ich hier postulieren – liegt dass an der Unkenntnis vom jeweils anderen Getränk. (Dass die Kenntnis über das bevorzugte Getränk häufig auch sehr eingeschränkt ist, macht die Sache nicht besser.)
Es geht auch ganz anders. Das macht uns der Blog Weinverkostung.de vor. Schon beim flüchtigen Blick auf die Tagliste fällt auf, dass sich nicht wenige der Beiträge mit Bier beschäftigen. Neben aufschlussreichen Informationen aus der Bierwirtschaft (zB. zur Übernahme von Anheuser-Busch durch InBev) finden sich auch einige Besprechungen ausgewählter Biere (zB verschiedener belgischer Abteibiere )
Dass es ausgerechnet ein Weinblog ist, der gegen das „globale Pilseinerlei“ anschreibt, lässt hoffen, dass es doch eine Freude an Geschmack jenseits der strikten Ablehnung des jeweils anderen Getränks geben kann.


