Auf verschiedenen Märkten in Frankfurt konnte man bislang sein Bier trinken: Brauer Lars Hauck mit seinem ‚projekt:bier’. Ansonsten gab es nur noch die Möglichkeit, dass Bier gleich fässerweise direkt beim Braumeister einzukaufen.Nun hat Lars Hauck eines seiner Biere auch in Flaschen abgefüllt und ihm den Namen ‚Bulli-Bier’ gegeben. Auf dem Etikett prangt ein Ford Transit aus den 60er Jahren. Aus diesem Wagen wird das ‚projekt:bier’ auf den Märkten ausgeschenkt.
Das auf Flaschen gezogene Bulli-Bier könnte man als Kellerbier bezeichnen, Lars Hauck zieht es vor, von einem ‚Landbier’ zu sprechen.
Das Bier ist nicht wirklich dunkel, aber beileibe auch nicht hell, sondern schimmert wunderbar bronzefarben im Glas. Ein feiner, ganz leicht karamelliger Malzgeruch strömt einem entgegen, den man dann auch beim ersten Schluck schmecken kann. Das Bier ist gut, aber nicht zu kräftig gehopft.
Ich finde ja, dass sich die meisten Biere der Gaststättenbrauereien, die in den 80er Jahren gegründet wurden – das Kleine Eltviller Brauhaus von Otto Binding kann wohl als prototypisch gelten – durch einen sehr aromatischen fruchtig blumigen Geschmack auszeichnen. Dieser Geschmack hebt sie deutlich wohlwollend von all den genormten Industriebieren ab, kann auf die Dauer aber schon etwas penetrant wirken.
Dieses Aroma findet sich auch beim Bulli-Bier, allerdings sehr dezent, so dass es sich nie in den Vordergrund drängt. Charakteristisch für dieses Bier ist seine Würzigkeit. Ich meinte Röstmalz zu schmecken, mir wurde aber versichert, das sich keines in dem Bier befinde.
Das Bier wurde im Dekoktionsverfahren so gebraut, dass beim Maischen möglichst auch noch der letzte Rest Stärke in Zucker umgewandelt wird. Beim Vergären bleibt dann aber ein Restextrakt übrig, der dem Bier diesen kräftigen Körper und die wunderbare Farbe gibt.
Hoffentlich ist dieses Bier auch zukünftig noch in Flaschen zu bekommen.

